Far-Red Licht im Vertical Farming: Warum dieser Wellenlängenbereich den Ertrag entscheidend steigert

PlantaeLight • 21. April 2026

Fernrotes Licht aktiviert Wachstumssignale in Pflanzen und ermöglicht höhere Biomasse bei gleicher Energiezufuhr.

Im Vertical Farming lag der Fokus lange Zeit auf blauem und rotem Licht. Diese beiden Spektralbereiche gelten als zentral für Photosynthese und Pflanzenstruktur. Neuere wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen jedoch, dass ein dritter Bereich entscheidend ist: Far-Red Licht.


Far-Red beschreibt Licht im Wellenlängenbereich von etwa 700 bis 750 Nanometern. Lange wurde dieser Bereich als ineffizient betrachtet, da er außerhalb der klassischen Photosynthese-Kurve liegt. Diese Annahme gilt heute als überholt.


Studien zeigen, dass Far-Red in Kombination mit rotem Licht die Photosyntheseleistung erhöhen kann. Dieser Effekt wird als Emerson Enhancement Effect bezeichnet. Pflanzen sind dadurch in der Lage, mehr Energie aus dem gleichen Lichtspektrum zu gewinnen.


Darüber hinaus beeinflusst Far-Red die sogenannte Phytochrom-Aktivität. Dieses pflanzliche Sensorsystem steuert, wie Pflanzen ihre Umgebung wahrnehmen. Wird der Far-Red-Anteil erhöht, reagieren Pflanzen mit verstärktem Wachstum, größerer Blattfläche und höherer Biomasseproduktion.


In der Praxis bedeutet das:
Ein gezielter Einsatz von Far-Red kann den Ertrag deutlich steigern, ohne dass mehr Energie eingesetzt werden muss. Genau hier zeigt sich der Unterschied zwischen klassischen Grow Lights und modernen Systemen. Die meisten herkömmlichen LED-Lösungen arbeiten mit festen Spektren und bieten entweder gar keinen oder nur einen minimalen Far-Red-Anteil. Dadurch bleibt ein wesentlicher Wachstumshebel ungenutzt.


Moderne Beleuchtungssysteme mit einzeln steuerbaren Kanälen ermöglichen es hingegen, Far-Red gezielt einzusetzen – und vor allem dynamisch zu regulieren.


Das ist entscheidend, denn Far-Red wirkt nicht in jeder Phase gleich:

  • In frühen Wachstumsphasen kann ein zu hoher Anteil zu unerwünschter Streckung führen
  • In späteren Phasen kann er gezielt zur Ertragssteigerung eingesetzt werden


Nur Systeme mit steuerbaren Spektren können diese Feinsteuerung leisten.


Genau hier setzt PlantaeLight an.
Durch die Möglichkeit, einzelne Farbkanäle unabhängig voneinander zu steuern, kann das Lichtspektrum exakt an Pflanze, Wachstumsphase und Produktionsziel angepasst werden.


Das Ergebnis ist nicht nur ein höherer Ertrag, sondern auch eine deutlich bessere Energieeffizienz.


Die Forschung zeigt klar:
Far-Red ist kein optionaler Zusatz – sondern ein entscheidender Faktor für modernes Vertical Farming.

Quellen:
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0304423824004230
https://www.nature.com/articles/s41477-018-0253-3

von PlantaeLight 21. April 2026
Im Vertical Farming wird häufig mit hohen PPFD-Werten argumentiert. Viele Systeme setzen darauf, die Lichtintensität kontinuierlich zu erhöhen, um den Ertrag zu steigern. Doch dieser Ansatz greift zu kurz. Die wissenschaftliche Forschung zeigt, dass Pflanzen Licht nicht einfach proportional in Wachstum umsetzen. Entscheidend ist nicht nur die Menge des Lichts, sondern vor allem dessen spektrale Zusammensetzung. Photosynthese wird hauptsächlich durch rotes Licht im Bereich von etwa 600 bis 700 nm angetrieben. Gleichzeitig spielt blaues Licht eine zentrale Rolle bei der Steuerung von Pflanzenstruktur, Blattdicke und sekundären Pflanzenstoffen. Ergänzend dazu beeinflusst fernrotes Licht im Bereich von etwa 700 bis 750 nm die Lichtwahrnehmung der Pflanze und kann Wachstumsprozesse gezielt aktivieren. Das bedeutet: Zwei Beleuchtungssysteme mit identischem PPFD können völlig unterschiedliche Ergebnisse liefern. Ein System mit optimal abgestimmtem Spektrum erzielt eine höhere sogenannte Light Use Efficiency (LUE). Das beschreibt, wie effizient Pflanzen Licht in Biomasse umwandeln. Systeme mit schlecht abgestimmten Spektren verschwenden hingegen Energie, da Teile des Lichts nicht effektiv genutzt werden. Ein weiterer entscheidender Punkt ist die Wechselwirkung der Wellenlängen. Studien zeigen, dass insbesondere die Kombination von Rot- und Far-Red-Licht die Photosyntheseleistung steigern kann. Dieser Effekt, bekannt als Emerson Enhancement Effect, führt dazu, dass Pflanzen mehr Energie aus dem gleichen Lichtinput gewinnen. In der Praxis bedeutet das: Mehr Licht allein führt nicht zwangsläufig zu mehr Ertrag. Ohne ein optimiertes Spektrum steigt vor allem der Energieverbrauch – nicht jedoch die Effizienz. Hinzu kommt, dass Pflanzen je nach Entwicklungsphase unterschiedlich auf Licht reagieren. Während in frühen Stadien ein höherer Blauanteil sinnvoll ist, profitieren Pflanzen in späteren Wachstumsphasen stärker von Rot- und Far-Red-Anteilen. Ein statisches Beleuchtungssystem kann diese dynamischen Anforderungen nicht erfüllen. LED-Systeme mit einzeln steuerbaren Kanälen hingegen ermöglichen es, das Spektrum gezielt anzupassen und so die Effizienz über den gesamten Wachstumszyklus hinweg zu maximieren. Für Vertical Farming bedeutet das einen fundamentalen Unterschied: Nicht die maximale Lichtleistung entscheidet über den Erfolg, sondern die präzise Steuerung des Lichts. Quellen: https://www.frontiersin.org/journals/plant-science/articles/10.3389/fpls.2024.1515457/full https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0304423824004230 https://www.nature.com/articles/s41598-025-15352-7 https://www.agritecture.com/blog/led-spectrum-greenhouse-vertical-farm-leafy-greensm
von PlantaeLight 9. Oktober 2025
Die Studie untersucht, wie unterschiedliche sichtbare Licht­spektren (monochromatisch und in Kombinationen von Rot, Blau und Grün) das Wachstum und die oft wertvollen bioaktiven Verbindungen der Eis-Pflanze (Mesembryanthemum crystallinum L.) beeinflussen. Unter kontrollierten Bedingungen in einer Pflanzenfabrik zeigten Licht­mischungen mit bestimmten Anteilen, z. B. R8B2, R7B3 und R8G1B1, besonders gute Ergebnisse – sowohl bezüglich Biomasse (Sprossgewicht, Blattfläche) als auch hinsichtlich der antioxidativen Kapazität und phenolischer Verbindungen. Diese Resultate legen nahe, dass eine gezielte Spektrumssteuerung in LED-Systemen helfen kann, nicht nur Ertrag, sondern auch Qualität (durch sekundäre Pflanzenstoffe) zu optimieren – und damit die Effizienz in verticalen oder indoor Produktionssystemen weiter zu steigern. Beitrag hier lesen.
von PlantaeLight 9. Oktober 2025
In dieser Studie wurde untersucht, wie unterschiedliche Verhältnisse von Rot- und Blaulicht das Wachstum und die Gehalte an Glucosinolaten (wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe) bei Brunnenkresse (Nasturtium officinale) beeinflussen. Brunnenkressepflanzen wurden zuerst zwei Wochen im Gewächshaus vorgezogen und anschließend in einem hydroponischen System unter sechs unterschiedlichen Lichtmischungen (z. B. Rot allein, Rot:Blau in verschiedenen Anteilen, und als Kontrollbedingung Rot:Blau:Grün) kultiviert. Die Ergebnisse zeigten, dass ein Rot:Blau-Verhältnis von 7:3 (R7B3) das beste Wachstum hinsichtlich Sprosslänge, Frisch- und Trockengewicht, Chlorophyllparameter und Photosyntheserate erreichte. Diese Ergebnisse verdeutlichen: Die Wahl des Lichtspektrums ist ein mächtiges Werkzeug — sie beeinflusst nicht nur die Biomasse, sondern auch die Qualität der Pflanzen, vor allem bei Nutz- und funktionellen Pflanzen. Beitrag hier lesen.
von PlantaeLight 9. Oktober 2025
Licht beeinflusst nicht nur die Photosynthese – es reguliert auch entscheidend die Entwicklung von Pflanzen durch photomorphogenetische Prozesse. Im Zentrum steht das Phytochromsystem: Ein Pigment, das in zwei Formen (Pₙ und Pₙ₋FR) wechseln kann und so Signale über Hellrot- und Dunkelrotlicht empfängt. Diese Lichtsignale steuern Wachstum, Differenzierung und Morphologie – etwa die Streckung von Keimlingen im Dunkeln (Etiolierung) oder die Ausbildung von Blattstrukturen unter Lichtbedingungen. Darüber hinaus interagieren andere Photorezeptoren (z. B. Cryptochrome für Blaulicht) mit dem Phytochromsystem und modulieren so die pflanzliche Reaktion auf das gesamte Lichtspektrum. Gesamten Text hier lesen.
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von PlantaeLight 20. April 2025
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von PlantaeLight 20. April 2025
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